Seit die Temperaturen im Plusbereich sind, lässt es sich im Garten wieder ganz gut aushalten.
Endlich habe ich mir den Zaun vorgenommen, über den unsere Hunde gern lehnen, um den hinteren Nachbarsgarten auszuspionieren. Wenn die blonde Hündin dort auch draußen ist, kommt sie nämlich immer kläffend angeschossen. Die folgende Unterhaltung ist dann ein wenig unerfreulich und mit einigen saftigen Hundeausdrücken gespickt. Bevor irgendjemand daraufhin mal auf dumme Gedanken kommt und einen Hochsprung über Einmeterzehn macht, habe ich jetzt aufgezäunt auf schätzungsweise Einmetersiebzig. Mit meiner Universallösung Wildzaun. Dabei fielen mir ein paar leere Bodenmeter auf, die floraler Unterstützung bedurften. Also packte ich heute mein Portemonnaie und mein Söhnchen ein und wir machten einen Bummel durch die Gärtnerei.
Dort ist gerade alles voll mit Primeln, Hornveilchen und Bellies. Ich finde, ein bisschen früh, denn da kommen noch einige Frostnächte auf uns zu. Vielleicht sogar noch mehr Schnee – und dann sind die Blüten hin.
Mich interessierte die Gehölz-Abteilung. Und nach vielem Hin und Her landeten schließlich ein Duftschneeball (Winterblüher!!!), ein Haselnussstrauch (Züchtung für reichlich große Nüsse), ein auch duftender Pfeifenstrauch (Philadelphus) und ein Kaktus im Einkaufswagen.
In den Kaktus hatte sich Söhnchen verliebt, nachdem ich ihm seinen Erstwunsch, einen Bambusurwald in einem ungelogen Einmeterzwanzigdurchmessertopf für nur 17,00 €, abgeschlagen hatte. Das Ding sei genauso teuer wie mein Luxushasel und biete für den gleichen Preis viel mehr Topf und Blattmasse, führte mein geschäftstüchtiger Sprössling aus. Und es würde sich sehr schön im Innenhof oder auf der Dachterrasse machen, wo bisher gar nichts stehe. Er würde auch immer gießen. So viele gute Argumente und dazu noch große Kinderaugen und begeisterte, weit ausholende Gesten. Aus Erfahrung klug ging ich lieber nicht auf die Einzelargumente ein, sondern setzte nur ein resolutes Erwachsenen-Nein dagegen. Armer Kerl. Gut, dass es noch Kakteen gab.
Kakteen passen so gut zu Kindern. Sie nehmen es nicht übel, wenn man das Wässern über längere Zeiten vergisst. Sehr aufmerksam hörte sich der neue Kaktusfreund die Pflegehinweise der Verkäuferin an. Erde mit hohem Sandanteil und wenig gießen. Das kleine Monster muss bald umgetopft werden.
Beim Hinausgehen sprudelte die kindliche Laune noch einmal richtig über, denn dort im Packbereich stand ein kleiner Pappkarton mit der Aufschrift “Zum Mitnehmen”. Wenn es was umsonst gibt, kennt mein Kind kein Halten mehr. Aufgeregt wurde ich nähergewunken.
Im Karton lagen drei Packungen Blumenzwiebeln von Weißen Traubenhyazinthen. Wir nahmen sie alle mit und spickten damit später den kleinen Beetstreifen neben der Einfahrt. Selbst, wenn nur die Menge eines Beutels was wird, sagte mein Sohn, habe sich die Aktion gelohnt. Auch, wenn vielleicht nur Blattgrün kommt, denn dann habe man ja im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder etwas davon. Und überhaupt, an den Zwiebeln befanden sich sogar kleine Babyzwiebeln, die bei der Verkaufsmenge gar nicht mitgezählt worden waren und auch austreiben könnten. So viele weiße Traubenhyazinthen – und alle umsonst, ein Mordsgeschäft!
Also wir beide kommen bestimmt gern wieder in die Gärtnerei. Man weiß nie, welche Gelegenheit sich einem bietet.
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